Carnitin 

Carnitin zählt zu den natürlich vorkommenden vitaminähnlichen Substanzen und spielt eine sehr wichtige Rolle im Energiestoffwechsel des menschlichen Körpers. Aufnehmen kann der Mensch Carnitin über Fleisch, er kann es aber auch selbst aus den Aminosäuren Lysin und Methionin bilden. Rotes Fleisch ist dabei der beste Lieferant für Carnitin. Bei einer gesunden Ernährung mit ausreichend Fleisch, insbesondere Lamm- oder Schafsfleisch, nimmt der Mensch täglich zwischen 100 bis 300 mg Carnitin auf. Vegetarier können gerade einmal 2 bis 10 mg Carnitin durch die Nahrung aufnehmen, der Rest muss durch Synthese gedeckt werden. Dies kann jedoch nur geschehen wenn die wichtigen Faktoren wie Vitamin C und B6, Eisen und Niacin ausreichend zur Verfügung stehen. Im menschlichen Körper befinden sich rund 20 bis 25g Carnitin. 98 Prozent der Reserven sind dabei in der Herz- und Skelettmuskulatur gespeichert. Die Nieren scheiden täglich etwa 20 mg Carnitin durch den Urin aus. Bei Gewichtsreduktionen mit Diäten oder Sport kommt es oftmals dazu, das Carnitin als Nahrungsergänzung empfohlen wird. Grund ist, dass ein besserer Umsatz der Fettsäuren erreicht werden soll. Die Einnahme von Carnitin ist jedoch umstritten. Wissenschaftlicher des Institutes für Lebensmittelwissenschaft konnten so feststellen, dass Carnitin nicht eigenständig als Fettverbrenner oder Schlankheitsmittel gesehen werden kann. Ebenfalls konnte von Wissenschaftlern der Universität in Leipzig im Jahr 2002 nachgewiesen werden, dass Carnitin den Abbau von lang kettigen Fettsäuren ohne Carnitin Mangel steigern kann, wenn dieses als Nahrungsergänzung eingenommen wird. Gerade Ausdauersportler nehmen Carnitin als Nahrungsergänzungsmittel gerne auf. Dies liegt vor allem daran, dass viele Studien den Sportlern einreden, dass durch eine Einnahme besondere Leistungssteigerungen erzielt werden können.  

Carnitin für die Diät? 

Als Gewichtsreduktionsprodukt sollte Carnitin auf jeden Fall nicht angesehen werden, auch wenn bei einigen Untersuchungen festgestellt werden konnte, dass bei vielen Fettleibigen ein Carnitin Mangel vorgelegen hat. Ein Carnitin Mangel kann durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Ist ein solcher Mangel vorhanden, ist eine Nahrungsergänzung auf jeden Fall angebracht. Die Einnahme kann allerdings nur in Verbindung mit ausreichend Sport als Fettverbrenner wirken. Dies liegt daran, dass das Carnitin die Funktion eines Rezeptmoleküls besitzt. Es verteilt Fettsäuren zu den Mitochondrien. Die Mitochondrien befinden sich in den Körperzellen, sie sind für die Energiegewinnung zuständig und verarbeiten diese Fettsäuren. Wer abnehmen möchte, muss also ausreichend Carnitin im Körper besitzen, allerdings wird das Carnitin niemals eigenständig als Fettverbrenner auftreten. Eine erhöhte Aufnahme des Stoffes ist ebenfalls ein erfolgsversprechender Weg zum Abnehmen, da die Anzahl der im Körper vorhandenen Mitochondrien auch hier eine sehr wichtige Rolle spielen kann. 
 
 
 

 


Zurück