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Jeden Tag gesunde Kost?

Wie scheiden sich die
       Geister bei der Trennkost?

Die Trennkost ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Geister in Sachen gesunder Ernährung scheiden können. Die einen meinen, es ist gut, den Körper zu entlasten und gleiche Stoffe in gleichen Ernährungszyklen zu verstoffwechseln, die anderen meinen, dem Körper sei das gleich. Hier ein paar Ausführungen dazu und die Essenz, dass man was auch immer man von der Trennkost hält, genügend Vitalstoffe zu sich nehmen sollte.

Trennkost ist eine Ernährungsform, bei der hauptsächlich eiweißhaltige und hauptsächlich kohlenhydrathaltige Lebensmittel) nicht gleichzeitig bei einer Mahlzeit gegessen werden. Es handelt sich um eine Diät, die von vielen als Methode zur Gewichtsreduktion angesehen wird. Nach der "Trennkostlehre" darf generell fast alles gegessen werden, nur wenige Lebensmittel werden ausgenommen, z.B. Hülsenfrüchte. Es werden weder Mengen noch Kalorien gezählt. Eine neue Variation des Prinzips ist die KFZ-Diät, die Fette und Kohlenhydrate trennt. Eine weitere Diät, die an die Trennkost angelehnt ist, ist die fit for life Diät. Die der Trennkost zugrunde liegenden Theorien sind medizinisch aber mittlerweile widerlegt. In Deutschland wurde die Trennkost vor allem durch den Arzt Heinrich Ludwig Walb (1907-1992) bekannt gemacht, der seine Patienten in einer eigenen Klinik in diese Ernährungslehre einführte.

Hay'sche Trennkost

Begr�nder der Hay'schen Trennkost ist der amerikanische Arzt Dr. Howard Hay. In Deutschland wurde die Trennkost durch den Arzt Dr. Walb bekannt. Hay entwickelte die Theorie der cehmischen Verdauungss�fte, derzufolge Kohlenhydrate und Eiwei� nicht gleichzeitig vom menschlichen Organismus aufgenommen und verarbeitet werden k�nnen.

Aus diesem Grund wird die Nahrung in basen�bersch�ssige (Obst, Gem�se, Milch, Buttermilch, Joghurt, Sahne) und s�ure�bersch�ssige (K�se, Quark, Fisch, Fleisch, Eier, Getreideprodukte), diegetrennt aufgenommen werden sollen. Neutrale Nahrungsmittel (N�sse, viele Gem�se, Gew�rze) k�nnen jeweils mit den anderen beiden Gruppen gemischt werden. Zwischen der Aufnahme von basen�bersch�ssigen und s�ure�bersch�ssigen Lebensmitteln sollten mindestens 4 Stunden liegen. Die Kost soll zu 80% aus Basenbildnern und 20% aus S�urebildnern bestehen.

Die 8 Richtlinien f�r die Anwendung der Trennkost

  1. Innerhalb einer Mahlzeit Eiwei�nahrung von Kohlenhydratnahrung trennen.
  2. Nur nat�rliche und naturbelassene Lebensmittel verwenden und nur soviel davon, wie zur Erhaltung des Lebens n�tig ist.
  3. Konzentriertes Eiwei� und konzentrierte St�rke verringern, um eine �bers�uerung des K�rpers zu verhindern.
  4. F�r einen optimalen S�ure-Basen-Haushalt etwa 2/3 �berwiegend rohe Basenbildner wie Gem�se, Kartoffeln, Salate und Obst und nur etwa 1/3 S�urebildner wie Eiwei� und Fleisch, Wurst, Fisch, Eiern, K�se, S��waren, Wei�mehlprodukten, Alkohol und Kaffee; verwenden.
  5. Essen Sie morgens Basen-, mittags Eiwei�- und abends Kohlenhydratmahlzeiten (keine Eiwei�mahlzeiten mehr nach 15.00 Uhr).
  6. Alle 'neutralen' Lebensmittel k�nnen sowohl mit eiwei�haltigen als auch mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln kombiniert werden.
  7. Langsam und in Ruhe essen, gr�ndlich kauen.
  8. Zwischen den einzelnen Mahlzeiten Pausen von 4 Stunden einhalten.

Kritiker der Trennkostlehre verweisen auf verschiedene Punkte:

* Bei der Anwendung der Trennkost kann es zu einem Mangel an Kalzium (besonders kritisch bei Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern), hochwertigem Eiweiß sowie Vitaminen der B-Gruppe kommen. Es wird auch bemängelt, dass bei dieser Diät zu wenig Getreideprodukte gegessen werden.

* Einige Nahrungsmittel werden falsch bzw. unlogisch zu einer Gruppe zugeordnet. Kartoffeln enthalten sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiß, Käse enthält immer Eiweiß (unabhängig vom Fettgehalt), Quark enthält immer Eiweiß.

* Nachteilig ist die aufwändigere Beschaffung und spezielle Zubereitung. Es ist schwieriger, sich nach Trennkostregeln zu ernähren, wenn man im Restaurant oder unterwegs isst. Oder aber in der Familie, wenn die restlichen Familienmitglieder sich anders ernähren.

* Es trifft zwar zu, dass die Kohlenhydratverdauung schon im Mund beginnt und die Eiweißverdauung erst im Magen. Beide Nährstoffe werden aber im wesentlichen im Dünndarm verdaut; es sind Enzyme zur gleichzeitigen Verdauung vorhanden.

* Ein ganz essenzielles Lebensmittel für Säuglinge, die Muttermilch, enthält sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate. Wäre es problematisch, beides gemeinsam zu verdauen, hätte sich die Zusammensetzung im Laufe der Evolution verändert.

* Ein gesunder Körper übersäuert allenfalls kurzfristig, was sehr schnell wieder ausgeglichen werden kann. Entstehen kann eine Übersäuerung (Azidose) nur beim Fasten, bei Hochleistungssportlern, bei Stoffwechselstörungen wie Diabetes und bei eingeschränkter Nierenfunktion.

* Aus der Sicht der meisten Ernährungswissenschaftler ist die Trennkost nicht geeignet für eine Gewichtsabnahme, weil nur die Gesamtzahl der verzehrten Kalorien zählt, nicht die Kombination der Nahrung. Eine Studie des schweizer Forschers Golay stellte dementsprechend auch keine Vorteile der Trennkost gegenüber einer üblichen Mischkost bei gleichem Energiegehalt fest.

Fazit: Gut zu wissen, also, dass man mit einer ausgewogenen Vollwerternährung am besten fährt.

 

   
 
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