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Ein Patentrezept für die Gesundheitsreform gibt es wohl nicht, man muss gute Dinge einfach kombinieren. Eines davon ist eine gute Vitamin-grundversorgung. Diese wäre schliesslich die Antwort auf die Gesundheitsreform. Lassen Sie Alltag zur Gesundheitsreform auf dem Teller werden & jeden Tag aufs Neue, durch empfehlenswerte
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Gesundheitspolitik
      kein Produkt wie jedes andere

RohkostDie Fragezeichen der Gesundheitspolitik interessieren die meisten Menschen erst, wenn sie ein Mittel an die Hand bekommen: Gesundheitspolitik SELBST zu steuern, durch Stärkung der eigenen Gesundheitsrolle, wie ein persönliches Lenkrad. Gut, dass es hier ein "Auto" gibt, das die durch einen Fragenkatalog für Gesundheitsprodukte die richtige Gesundheitsampel schalten mag.

Konzepte sind gefragt, die die Gesundheitspolitik wirklich finanziell nähren könnten und zwar auch für "Nicht-Politiker". Zwar steht für Politiker fest, dass sie nach kurzer Amtszeit bereits ein Passiveinkommen, quasi Rente beziehen. Jedoch hilft das vielen Rentnern und Menschen, die im maroden Gesundheitssytem stecken auch nicht wirklich weiter. Hier hilft für die Mehrheit der Menschen wohl nur noch eine einfache Bierdeckel-werbung oder, wer hinterfragt, auch ein Hintergrundwissen zur Gesundheitsreform:

Tiefgreifende Reformen im Gesundheitswesen durch mehr Eigenverantwortung?

Um tiefgreifende Reformen im Gesundheitswesen f�hrt kein Weg vorbei. Trotz wachsender Probleme d�rfe man jedoch nicht aus dem Blick verlieren, dass Gesundheit kein Produkt wie jedes andere sei, schreibt Jutta Hoffritz, ergänzt durch Anmerkungen unserer Redaktion.


Gesundheitspolitik

Gesundheit ist ein Thema, �ber das die meisten erst nachdenken, wenn es irgendwo zwickt. Manche str�uben sich selbst dann noch, denn h�ufig verursacht eine Behandlung erst zus�tzliche Schmerzen, bevor sie Linderung verschafft.

Gesundheitspolitik
 

Renate Künast: Verbraucherministerin persönlich über: "Die Dickmacher"

Die Deutschen haben die teuersten Einbauküchen und servieren darin das billigste Essen. Fehlernährung und ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck nehmen dramatisch zu. Besonders bei Kindern und Jugendlichen. Empfehlen Sie dazu Bücher zu Fastfood oder kommen Sie ins Gespräch über weitere Reformen, kombiniert mit Sparen & Fasten statt Fastfood.

Renate Künast "Die Dickmacher"

Ob Reformen in der Landwirtschaft oder im Begreifen von Nahrungsmitteln Reformen ziehen sich bis in die Gesundheitspolitik. Reformen sind schmerzhaft - und doch f�hrt kein Weg an ihnen vorbei. Fr�her galt die Patientenversorgung hierzulande als beispielhaft - innovativ, gerecht und bezahlbar. Deutschland fungierte als "Apotheke der Welt". Deutsche Arzneien n�hrten die Hoffnung, dass irgendwann jedes Leiden heilbar sein w�rde. Wer Pharmazie oder Medizin studierte, hatte sein Gl�ck gemacht. Gleichzeitig war die Gesundheitsversorgung f�r jedermann erschwinglich: Vor drei Jahrzehnten zahlte man in Deutschland nur acht Prozent seines Lohnes an die Krankenkasse. Kostenerw�gungen waren in den Kliniken tabu.

Krankenkassenbeiträge steigen

Das war einmal. Seither stiegen die Krankenkassenbeitr�ge best�ndig: Inzwischen liegen sie bei �ber 14 Prozent. Und allen bisherigen Bem�hungen zum Trotz �ffnen sich immer wieder neue Finanzierungsl�cken. Zwar macht die Wissenschaft weiter gro�e Fortschritte: Krebspatienten k�nnen heute gerettet, Herzen, Nieren und Lebern verpflanzt werden. Fr�her galt Aids als Todesurteil, inzwischen leben die Patienten oft Jahrzehnte mit dieser Diagnose. Das Virus hat viel von seinem Schrecken verloren. Und m�glicherweise gibt es sogar bald eine Impfung gegen die Immunschw�chekrankheit.

Innovationskraft Gesundheitssystem

Allerdings stammen die Arzneien und Therapien, die all das erm�glichen, immer h�ufiger aus dem Ausland. Deutschlands Gesundheitssystem hat seine Innovationskraft eingeb��t. Es ist teuer und mittelm��ig geworden. Gut, wenn es da ein Heilmittelgesetz gibt, welches dafür sorgt, dass Apotheken im Ausland hier stärke Chancen durch Aufbau privater Präventionsnetzwerke haben, die sich ihre Krankenkassenbeträge und Medizinausgaben senken und in SELBSTverantwortung Geld für die Schwere Nuss der Zweiklassenmedizin verdienen.

DoppelNuss ZweiklassenmedizinSchwarze Walnuss

Da mag man glatt an die zwei Gehirnhälften einer Walnuss denken, die einfach schwer zu knacken ist, denn gerecht ist das Zweiklassenmedizinsystem auch nicht gerade, weil es die Arbeitenden einseitig belastet. Wer haupts�chlich von Miet- und Zinseinnahmen oder Tantiemen erhält lebt, muss davon kaum etwas f�r die Gesundheit abgeben. Fr�her fiel das nicht ins Gewicht, weil es weniger Aktien- und Hausbesitzer gab. Inzwischen ist das anders. Au�erdem zahlten in Zeiten der Vollbesch�ftigung viele wenig f�r die Gesundheitsversorgung. Durch die hohe Arbeitslosigkeit dreht sich die Situation um. Immer weniger Erwerbst�tige m�ssen immer mehr bezahlen. Gleichzeitig wirken Kassenbeitr�ge - so, wie sie in Deutschland erhoben werden - wie eine Art Steuer auf Arbeit. Sie verteuern Jobs und belasten ihrerseits den Arbeitsmarkt: ein Teufelskreis, aus dem man wohl nur nicht mit althergebrachtem Länger arbeiten, sondern nur mit Prinzipien zur "Duplikation" herauskommt. Man stelle sich vor, Gesundheit würde auf Basis von Informationstätigkeit weitertragen und Duplikation vermittelt und Arbeit durch Gesundheitsinformation geschaffen...

Lösung, Krankenkassenbeiträge unabhängig vom Einkommen?

Es gibt zwei M�glichkeiten, diesen unseligen Kreislauf zu durchbrechen. Man k�nnte erstens die Krankenkassenbeitr�ge unabh�ngig vom Arbeitseinkommen erheben, wie dies etwa in der Schweiz praktiziert wird. Wenn jeder B�rger einen Beitrag f�r seine Gesundheitsversorgung leistete, w�ren Pro-Kopf-Pauschalen von etwa 200 Euro f�llig. F�r Kleinverdiener mit gro�en Familien w�re das allerdings ein Problem. Die kostenlose Mitversicherung von Ehegatten und Kindern, wie wir sie von den gesetzlichen Kassen gewohnt sind, ist dabei nicht vorgesehen. In diesem Fall m�sste die Versicherung f�r Arme aus Steuermitteln subventioniert werden. �konomisch betrachtet ist das durchaus sinnvoll. Statt an zwei Stellen umzuverteilen und die Krankenkasse zur Au�enstelle des Finanzamtes zu machen, w�rden die Wohltaten geb�ndelt und so die Verwaltung vereinfacht. Allerdings w�rde das bisher sich selbst tragende System der Gesundheitsversorgung zum milliardenschweren Budgetrisiko f�r die Regierung - eine Horrorvorstellung f�r jeden Finanzminister.

Verbreiterung der Beitragsbasis?

Eine zweite Reformalternative best�nde darin, das bisherige System nicht abzuschaffen, sondern durch eine Verbreiterung der Beitragsbasis zu stabilisieren. Dabei w�rde man Beamte, Selbstst�ndige und "Besserverdiener", also alle jene, die bisher privat oder per Beihilfe versichert sind, nach und nach in die gesetzliche Krankenkasse einbeziehen. Das Resultat w�re eine "B�rgerversicherung". Auch daf�r spr�che einiges. So ist nicht einzusehen, wieso in unserem "solidarischen" Gesundheitssystem Arme f�r ganz Arme mitbezahlen, w�hrend sich die St�rksten der Gesellschaft aus der Solidarit�t verabschieden d�rfen. F�r die Privatversicherungen w�re bei dieser Variante kein Platz, was die Lobbyisten der Assekuranzbranche auf den Plan rufen d�rfte. Doch wie wäre es eine alternative Kranken- / Pflege- / Alterskasse zu schaffen?

Kapillaren bestimmen Schicksal des Gesundheitsystems?

Die kapillarenpflegende Wirkung der Aloe vera wird nicht nur oft als "Heilpflanze" beschrieben, sondern sie soll sogar das Schicksal bestimmen. Michael Peuser beschreibt, Kapillaren als Netzwerk von feinen Äderchen, welches mit der "Kaiserin der Heilpflanzen" genährt würde. Interessant, wenn man das ganze auf ein menschliches Präventionsnetzwerk übertragen würde. Peuser pur und ganzheitlich. ISBN: bei Amazon bestellen bestellen [Buch club]

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Entscheidung fällt schwer

So ist nicht schwer zu verstehen, warum sich die Politik mit der Entscheidung so schwer tut. Auf der einen Seite drohen gewaltige Budgetrisiken, auf der anderen Seite die Auseinandersetzung mit einer der m�chtigsten Lobbygruppen der Republik. Interessanterweise dr�ngte deshalb weder die Regierung noch die Opposition darauf, diese Finanzierungsfragen in die aktuellen Reformgespr�che einzubeziehen. Beide delegierten diese Frage an Expertenkommissionen, die ihre Vorschl�ge erst vorlegen werden, wenn die aktuelle Reform l�ngst abgeschlossen sein d�rfte.

Demographische Entwicklung

Dennoch spricht vieles daf�r, sich mit diesen grunds�tzlichen Dingen bald zu befassen. Denn alles, was das Gesundheitssystem momentan belastet, ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Probleme, die k�nftig wegen der demographischen Entwicklung drohen. Selbst der Chefredakteur der Frankfurter Alltemeinen Zeitung hat hier schon von einem "Methusalemkomplott" gesprochen. Die Altersstruktur ver�ndert sich; Deutschland vergreist. Nun ist es zwar das Ziel jedes Gesundheitssystems, den Tod hinauszuz�gern. Andererseits belastet diese demographische Ver�nderung die Kassen. Die steigende Lebenserwartung, f�r den einzelnen B�rger erfreulich, wird f�r die Gesellschaft als Ganzes zur Belastung. Das Hauptproblem sind - anders als meist behauptet - nicht die Wehwehchen der Senioren. Wir werden nicht nur immer �lter; wir bleiben auch l�nger fit. Und betrachtet man die gesamte Lebensspanne, so h�ufen sich die Leiden (und damit auch die Behandlungskosten) erst in den letzten sechs Monaten vor dem Tode - ob dieser mit 60 oder 90 Jahren eintritt. Genau hierfür ist es möglich, durch gezielte Gesundheitsprävention ein vernünftiges Altersvorsorgemodell in Kraft treten zu lassen.

Einnahmeprobleme in der ZukunftPatientenmündigkeit

Entscheidender ist der Einfluss der Vergreisung auf die Einnahmen des Gesundheitssystems, denn Rentnerinnen und Rentner zahlen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen geringere Beitr�ge. K�nftig wird also der Anteil derer wachsen, die wenig einzahlen. Gleichzeitig schrumpft durch den Geburtenr�ckgang die Zahl der Erwerbst�tigen, die volle Beitr�ge leisten. Sp�testens ab 2010 wird das deutsche Gesundheitswesen enorme Einnahmeprobleme zu bew�ltigen haben. Frage man sich da nicht, ob so manch konservative Arzt nicht doch etwas mit einer vertrockneten Pflaume auszeichnen könnte?

Mängel in Leistungen

Bei den Leistungen gibt es schon jetzt M�ngel. So kritisiert der Sachverst�ndigenrat f�r das Gesundheitswesen Defizite vor allem bei chronischen Krankheiten. Hierzulande sterben Frauen an Brustkrebs, weil Geschw�re nicht rechtzeitig erkannt werden. Zuckerkranke b��en Sehkraft oder sogar Gliedma�en ein, weil �rzte es vers�umen, bei den Diabetikern routinem��ig auf Augen und F��e zu achten. Asthmatiker werden mit Erstickungsgefahr und Todesangst ins Krankenhaus eingeliefert, obwohl sich die schweren Anf�lle durch den korrekten Umgang mit Arzneien und Messger�ten vermeiden lie�en.

Unterversorgung in Kliniken?

Herrscht also Unterversorgung? Die Statistiken sprechen eine andere Sprache. Deutschland leistet sich pro B�rger mehr �rzte und Krankenhausbetten als fast jedes andere Land auf der Welt, doch offensichtlich werden die vorhandenen Kapazit�ten nicht sinnvoll genutzt. Nach Angaben der OECD f�r das Jahr 2000 unterhielt Deutschland 6,5 Klinikbetten f�r je 1000 Einwohner. Damit liegen wir - zusammen mit Ungarn und der Tschechischen Republik - an der Weltspitze. In den USA sind es durchschnittlich 3,1 Betten, in der Schweiz4,4.

Ärzteüberhang in Deutschland

Auch bei den �rzten (3,6 pro 1000 Einwohner) liegen wir weit vorn, �berholt nur von Italien (6) und �sterreich (3,9). Die Zahl der �rzte allein sagt wenig aus. Zwar gilt f�r die meisten Branchen, dass die Produkte umso besser und die Preise umso niedriger sind, je mehr Anbieter sich am Markt tummeln. Doch die Krankenversorgung ist eben kein normaler Markt. Bei Dienstleistungen wie der des Friseurs entscheidet der Kunde, wie oft er sich die Haare schneiden lassen will. Wer krank ist, muss behandelt werden. Ob operiert wird und wie oft der Patient zur Nachuntersuchung kommt, bestimmt der Arzt. Anders als in anderen Branchen entscheidet nicht der Nachfrager, sondern der Anbieter �ber die H�he der Nachfrage. Hierzu empfehlen sich neue Ansätze des Arztes zur Fortbildung zum Orthomolekularmediziner.

Planwirtschaft in der Gesundheitspolitik?

Und weil wir nicht wollen, dass jeder nur soviel Gesundheit bekommt, wie er Geld zur Verf�gung hat, haben wir die Gesetze der Marktwirtschaft au�er Kraft gesetzt. Die Gesundheitsbranche funktioniert �ber weite Strecken nach den Regeln einer Planwirtschaft. Die Preise f�r �rztliches Leistungen entstehen nicht durch das freie Spiel von Angebot und Nachfrage, sie werden kartelliert zwischen Krankenkassen und Kassen�rztlichen Vereinigungen ausgehandelt. Was die Behandlung eines einzelnen Patienten kostet, erf�hrt weder seine Kasse noch er selbst.

Macht, Geld, PatientInnen, Gesund? Anregungen für eine Gesundheitsreform

Kranksein, eine Bürgerpflicht? Krankenhäuser kämpfen mit Bettenabbau und einhergehenden Geldmangel. Zu gesund sollten Sie nicht sein, um viele Arbeitsplätze in Pharma und Krankenhaus zu sichern! Dieses Buch verklausuliert und bürokratisiert die Gesundheitsreform, die Sie mit "Geheimtip" schon längst begonnen haben. Dennoch könnten Sie rückblickend, dieses ISBN: bei Amazon bestellen bestellen [Thema empfehlen] mit Büchern zur Patientenmündigkeit.

Gesundheitsreform aktuell

Intransparenz in der Gesundheitspolitik

Soviel Intransparenz muss zu Ineffizienz f�hren. Tats�chlich ist neben der Vitamine HautUnterversorgung auch die �berversorgung ein Problem. Mitte der neunziger Jahre befragte Friedrich Wilhelm Schwartz von der Medizinischen Hochschule Hannover deutsche �rzte nach Standards der Schulmedizin. Es ging um ganz allt�gliche Eingriffe: um Bandscheiben- und Bypass-Operationen am Herzen, die Entfernung von gutartigen Geschw�lsten an Prostata und Geb�rmutter, also Eingriffe, die in Deutschland jedes Jahr tausendfach vorgenommen wurden. Das erstaunliche Ergebnis der Befragung: �ber die H�lfte der �rzte h�tten bei sich selbst auf Bandscheiben- und Bypass-Operationen verzichtet. �ber die H�lfte der Mediziner und Medizinerinnen h�tten bei sich selbst gutartige Prostata- oder Geb�rmuttergeschw�lste nicht entfernen lassen. Die Studie l�sst die Schlussfolgerung zu, dass Mediziner bei ihren Patienten gro�z�giger schneiden, als sie das am eigenen Leibe dulden w�rden.

Arzneimittel

Auch bei den Arzneien wird �berfluss gef�rdert. Zwar ist es sinnvoll, innovative Medikamente durch hohe Preise zu belohnen. Aus diesem Grund gibt es den Patentschutz. Dabei wird Erfindern f�r einige Zeit die exklusive Vermarktung zugesichert, damit sich die hohen Forschungsinvestitionen bezahlt machen. Doch andererseits sollen die Forscher in den Pharmafirmen auch einen Anreiz haben, weiter zu suchen. Nach Ablauf der Patentfrist d�rfen deshalb andere Hersteller die Rezeptur nutzen, um Nachahmerpr�parate herzustellen. Diese haben die gleiche Wirkung wie das Original, sind aber in der Regel billiger.

Generika

F�r die Originalhersteller ist der mit dem Patentablauf beginnende Konkurrenzkampf besonders kritisch, wenn es den Forschern der Firma nicht gelingt, rechtzeitig etwas Neues erfinden. Dann versuchen die Hersteller h�ufig, bew�hrte Pr�parate zu optimieren. Damit wird das Problem der Konzerne zum Problem der Kassen. "Schritt-Innovation" nennt es die Arzneimittelindustrie, wenn der Patient sein bew�hrtes Medikament nur einmal statt dreimal am Tag einnehmen muss. "Schein-Innovation" klagen die Kassen, die der Pseudo-Fortschritt teuer zu stehen kommt. Statt auf billigere Nachahmerprodukte umzusteigen, lassen sich die Patienten weiter hochpreisige Pillenpackungen verschreiben. Preiswertere Alternativen aus dem Ausland wird durch das Heilmittelgesetz eine Barrierel vorgeschoben, die natürlich auch verständlich ist, dafür aber auch private Primärprävention stärker fördert.

Pharmamanager?

Nat�rlich sind die deutschen Pharma-Manager nicht die einzigen, die solche Tricks kennen. Da hilft wohl nur etwas Lockerung hineinzubringen, durch eine Party mit allen Pharmareferenten und deren Gattinen... Aber anderswo, etwa in den USA, m�ssen sich die Hersteller mehr Fragen gefallen lassen, dort werden Medikamente auch einer Kosten-Nutzen-Pr�fung unterzogen. In Deutschland wird bei der Zulassung nur gepr�ft, ob das Medikament die versprochene Wirkung erzielt und ernste Nebenwirkungen vermeidet. Niemand fragt, ob die neue Arznei besser heilt als Altbew�hrtes. Seit einiger Zeit diskutieren die Gesundheitsexperten auch hierzulande, ob eine solche Zusatzpr�fung nicht sinnvoll w�re. Die Industrie wehrt sich vehement. Zum Kreis der Unterst�tzer z�hlen - die Krankenkassen.

Krankenkassen mit im System

Doch so sehr die Kassen �ber hohe Kosten klagen: Sie sind Teil des Problems. �rzten und Arzneimittelherstellern m�gen sie Sparsamkeit predigen, gleichzeitig verbrauchen sie selbst immer mehr Geld. Inzwischen besch�ftigen allein die gesetzlichen Krankenkassen rund 150 000 Mitarbeiter, mehr als fast jede Beh�rde der Bundesrepublik. Lange haben auch Politiker durch Ressort-Egoismen zur Ausbeutung der Kassen beigetragen. Wieder und wieder wurden in den vergangenen Jahren die Krankenversicherungsbeitr�ge f�r Rentner oder Arbeitslose abgesenkt. Welcher Minister auch f�r die Transfereinkommen zust�ndig war - wenn das Budget knapp wurde, mussten die Krankenkassen bluten. Dadurch gehen ihnen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro Beitr�ge verloren.

Die Versicherten

Auch die Versicherten tragen Schuld. Sie verhalten sich wie Autobesitzer, die f�r ihren Wagen eine Vollkaskopolice abschlie�en und fortan stets zu dicht auffahren und immer knapp einparken. "Moral hazard" nennen Experten dieses Ph�nomen, wenn eine Versicherung den Versicherten zu verantwortungslosem Verhalten verf�hrt. Alternative Versicherungen sind mehr und mehr gefragt, die die Selbstverantwortung fördern.

Wohlstandskrankheiten

Fr�her waren Polio und Pocken, Masern und Mumps Gei�eln der Menschheit. Diese Krankheiten sind zur�ckgedr�ngt. Inzwischen richten sich die Wohlstandsb�rger weitgehend selber zu Grunde. Sie rauchen, essen und trinken zu viel und bewegen sich zu wenig. Altersdiabetes ist inzwischen schon bei Kindern auf dem Vormarsch.

TV-Wissen

Zu den Wohlstands-krankheiten kommt, dass viele Menschen sich gar nicht mal mehr für Politik interessieren... Wo soll diese auf Optische Reize reduzierte Gesellsschaft nur hinführen?



Kosten für chronische Krankheiten immer höher

Schon heute strangulieren die chronischen Krankheiten die Kassen. Ein F�nftel der Versicherten verursacht vier F�nftel der Kosten. Eigentlich m�sste es bei den Krankenkassen �hnlich wie bei der Autoversicherung verschiedene Risikoklassen geben, mit Rabatten f�r d�nne Dauerl�ufer und Aufschl�gen f�r Kettenraucher und Korntrinker. Dar�ber diskutieren die Versicherer zwar immer wieder, doch vor allem aus Marketinggr�nden, weil sie jung-dynamische Gutverdiener anlocken wollen. Niemand kann ernsthaft glauben, durch Boni einen Faulen zum Fr�hsport zu verlocken. Den Kassen selbst sind exakte Bonussysteme mit risikoad�quaten Beitr�gen zu aufw�ndig. Denn dabei m�ssten sie ihren Mitgliedern Tag und Nacht hinterherschn�ffeln. Genau für diese sogenannten Volkskrankheiten ist es nötig, Finanzierungskonzepte im Gesundheitsbereich zu etablieren.

Gesundheitsindustrie

Die Gesundheitsindustrie ist keine normale Branche. Wegen der vielen Intransparenzen diagnostizieren �konomen bei der Krankenversorgung ein Marktversagen. Nicht nur �rzte, Arzneimittelhersteller und Kassen, auch die Patienten haben es sich im System allzu bequem gemacht. Deshalb ist die Politik gefragt. Mit m��igem Erfolg: In Deutschland folgte in den vergangenen Jahrzehnten eine Reform der n�chsten. Allerdings gibt es kein Land, das nicht danach strebt, seine Krankenversorgung besser und effizienter zu gestalten.

Das mag in der Natur der Sache liegen: Solange auf der Welt noch gestorben wird, kann kein Gesundheitsminister seine Aufgabe als erledigt betrachten. Da fehlt nur noch, dafür zu belohnen, sich VOR seinem Tod mit einem Bewusstsein für Leben und Nachruf zu befassen.

Gesundheitspolitik
Originalquelle aus:
GesundheitspolitikGesundheitspolitik, Aus Politik und Zeitgeschichte (B 33-34/2003)
Gesundheitspolitik

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Kommentar und Lösungsansatz:

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