Sie wollen es einfach und schnell vermitteln, sich mit Gesundheit
befassen zu können? Dann plaudern Sie doch beim Biertisch einfach
über die Bierdeckel-Werbung.
Beitrag rückerstattet?
In Ihrer Apotheke auch möglich? Bei kinder-leichtem Empfehlungsmarketing
ist es möglich, sich Beiträge für Naturkost
& Co rückerstatten zu lassen und mehr.
Was gutes auf den Teller?
Ein Patentrezept für die Gesundheitsreform gibt es wohl nicht,
man muss gute Dinge einfach kombinieren. Eines davon ist eine gute
Vitamin-grundversorgung. Diese wäre schliesslich die Antwort
auf die Gesundheitsreform. Lassen Sie Alltag zur Gesundheitsreform
auf dem Teller werden & jeden Tag aufs Neue, durch empfehlenswerte
Kombiprogramme
Gesundheitspolitik
kein Produkt wie jedes andere
Die
Fragezeichen der Gesundheitspolitik interessieren die meisten
Menschen erst, wenn sie ein Mittel an die Hand bekommen: Gesundheitspolitik
SELBST zu steuern, durch Stärkung der eigenen Gesundheitsrolle,
wie ein persönliches Lenkrad. Gut, dass es hier ein "Auto"
gibt, das die durch einen Fragenkatalog
für Gesundheitsprodukte die richtige Gesundheitsampel schalten
mag.
Konzepte
sind gefragt, die die Gesundheitspolitik wirklich finanziell nähren
könnten und zwar auch für "Nicht-Politiker".
Zwar steht für Politiker fest, dass sie nach kurzer Amtszeit
bereits ein Passiveinkommen, quasi Rente beziehen. Jedoch hilft
das vielen Rentnern und Menschen, die im maroden Gesundheitssytem
stecken auch nicht wirklich weiter. Hier hilft für die Mehrheit
der Menschen wohl nur noch eine einfache Bierdeckel-werbung
oder, wer hinterfragt, auch ein Hintergrundwissen zur Gesundheitsreform:
Tiefgreifende Reformen
im Gesundheitswesen durch mehr Eigenverantwortung?
Um
tiefgreifende Reformen im Gesundheitswesen führt kein Weg vorbei.
Trotz wachsender Probleme dürfe man jedoch nicht aus dem Blick
verlieren, dass Gesundheit kein Produkt wie jedes andere sei,
schreibt Jutta Hoffritz, ergänzt durch Anmerkungen unserer
Redaktion.
Gesundheit
ist ein Thema, über das die meisten erst nachdenken, wenn es irgendwo
zwickt. Manche sträuben sich selbst dann noch, denn häufig verursacht
eine Behandlung erst zusätzliche Schmerzen, bevor sie Linderung
verschafft.
Renate Künast: Verbraucherministerin
persönlich über: "Die Dickmacher"
Die Deutschen haben die teuersten Einbauküchen und
servieren darin das billigste Essen. Fehlernährung und
ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck
nehmen dramatisch zu. Besonders bei Kindern und Jugendlichen.
Empfehlen Sie dazu Bücher
zu Fastfood oder kommen Sie ins Gespräch über
weitere Reformen, kombiniert mit Sparen
& Fasten statt Fastfood.
Ob
Reformen in der Landwirtschaft oder im Begreifen
von Nahrungsmitteln Reformen ziehen sich bis in die Gesundheitspolitik.
Reformen sind schmerzhaft - und doch führt kein Weg an ihnen vorbei.
Früher galt die Patientenversorgung hierzulande als beispielhaft
- innovativ, gerecht und bezahlbar. Deutschland fungierte als
"Apotheke der Welt". Deutsche Arzneien nährten die Hoffnung, dass
irgendwann jedes Leiden heilbar sein würde. Wer Pharmazie oder
Medizin studierte, hatte sein Glück gemacht. Gleichzeitig war
die Gesundheitsversorgung für jedermann erschwinglich: Vor drei
Jahrzehnten zahlte man in Deutschland nur acht Prozent seines
Lohnes an die Krankenkasse. Kostenerwägungen waren in den Kliniken
tabu.
Krankenkassenbeiträge
steigen
Das war einmal.
Seither stiegen die Krankenkassenbeiträge beständig: Inzwischen
liegen sie bei über 14 Prozent. Und allen bisherigen Bemühungen
zum Trotz öffnen sich immer wieder neue Finanzierungslücken. Zwar
macht die Wissenschaft weiter große Fortschritte: Krebspatienten
können heute gerettet, Herzen, Nieren und Lebern verpflanzt werden.
Früher galt Aids als Todesurteil, inzwischen leben die Patienten
oft Jahrzehnte mit dieser Diagnose. Das Virus hat viel von seinem
Schrecken verloren. Und möglicherweise gibt es sogar bald eine
Impfung gegen die Immunschwächekrankheit.
Innovationskraft Gesundheitssystem
Allerdings
stammen die Arzneien und Therapien, die all das ermöglichen, immer
häufiger aus dem Ausland. Deutschlands Gesundheitssystem hat seine
Innovationskraft eingebüßt. Es ist teuer und mittelmäßig geworden.
Gut, wenn es da ein Heilmittelgesetz
gibt, welches dafür sorgt, dass Apotheken
im Ausland hier stärke Chancen durch Aufbau privater
Präventionsnetzwerke haben, die sich ihre Krankenkassenbeträge
und Medizinausgaben
senken und in SELBSTverantwortung Geld für die Schwere
Nuss der Zweiklassenmedizin
verdienen.
DoppelNuss Zweiklassenmedizin
Da mag man
glatt an die zwei Gehirnhälften einer Walnuss
denken, die einfach schwer zu knacken ist, denn gerecht ist das
Zweiklassenmedizinsystem auch nicht gerade, weil es die Arbeitenden
einseitig belastet. Wer hauptsächlich von Miet- und Zinseinnahmen
oder Tantiemen
erhält lebt, muss davon kaum etwas für die Gesundheit abgeben.
Früher fiel das nicht ins Gewicht, weil es weniger Aktien-
und Hausbesitzer gab. Inzwischen ist das anders. Außerdem zahlten
in Zeiten der Vollbeschäftigung viele wenig für die Gesundheitsversorgung.
Durch die hohe Arbeitslosigkeit dreht sich die Situation um. Immer
weniger Erwerbstätige müssen immer mehr bezahlen. Gleichzeitig
wirken Kassenbeiträge - so, wie sie in Deutschland erhoben werden
- wie eine Art Steuer auf Arbeit. Sie verteuern Jobs und belasten
ihrerseits den Arbeitsmarkt: ein Teufelskreis, aus dem man wohl
nur nicht mit althergebrachtem Länger
arbeiten, sondern nur mit Prinzipien zur "Duplikation"
herauskommt. Man stelle sich vor, Gesundheit würde auf Basis
von Informationstätigkeit weitertragen und Duplikation
vermittelt und Arbeit durch Gesundheitsinformation geschaffen...
Lösung, Krankenkassenbeiträge
unabhängig vom Einkommen?
Es gibt zwei
Möglichkeiten, diesen unseligen Kreislauf zu durchbrechen. Man
könnte erstens die Krankenkassenbeiträge unabhängig vom Arbeitseinkommen
erheben, wie dies etwa in der Schweiz praktiziert wird. Wenn jeder
Bürger einen Beitrag für seine Gesundheitsversorgung leistete,
wären Pro-Kopf-Pauschalen von etwa 200 Euro fällig. Für Kleinverdiener
mit großen Familien wäre das allerdings ein Problem. Die kostenlose
Mitversicherung von Ehegatten und Kindern, wie wir sie von den
gesetzlichen Kassen gewohnt sind, ist dabei nicht vorgesehen.
In diesem Fall müsste die Versicherung für Arme aus Steuermitteln
subventioniert werden. Ökonomisch betrachtet ist das durchaus
sinnvoll. Statt an zwei Stellen umzuverteilen und die Krankenkasse
zur Außenstelle des Finanzamtes zu machen, würden die Wohltaten
gebündelt und so die Verwaltung vereinfacht. Allerdings würde
das bisher sich selbst tragende System der Gesundheitsversorgung
zum milliardenschweren Budgetrisiko für die Regierung - eine Horrorvorstellung
für jeden Finanzminister.
Verbreiterung der
Beitragsbasis?
Eine zweite
Reformalternative bestünde darin, das bisherige System nicht abzuschaffen,
sondern durch eine Verbreiterung der Beitragsbasis zu stabilisieren.
Dabei würde man Beamte, Selbstständige und "Besserverdiener",
also alle jene, die bisher privat oder per Beihilfe versichert
sind, nach und nach in die gesetzliche Krankenkasse einbeziehen.
Das Resultat wäre eine "Bürgerversicherung". Auch dafür spräche
einiges. So ist nicht einzusehen, wieso in unserem "solidarischen"
Gesundheitssystem Arme für ganz Arme mitbezahlen, während sich
die Stärksten der Gesellschaft aus der Solidarität verabschieden
dürfen. Für die Privatversicherungen wäre bei dieser Variante
kein Platz, was die Lobbyisten der Assekuranzbranche auf den Plan
rufen dürfte. Doch wie wäre es eine alternative Kranken-
/ Pflege- / Alterskasse zu schaffen?
Kapillaren bestimmen Schicksal des
Gesundheitsystems?
Die kapillarenpflegende Wirkung der Aloe vera wird nicht
nur oft als "Heilpflanze" beschrieben, sondern sie
soll sogar das Schicksal bestimmen. Michael Peuser beschreibt,
Kapillaren als Netzwerk von feinen Äderchen, welches
mit der "Kaiserin
der Heilpflanzen" genährt würde. Interessant,
wenn man das ganze auf ein menschliches
Präventionsnetzwerk übertragen würde. Peuser
pur und ganzheitlich. ISBN: bestellen [Buch club]
Entscheidung
fällt schwer
So ist nicht
schwer zu verstehen, warum sich die Politik mit der Entscheidung
so schwer tut. Auf der einen Seite drohen gewaltige Budgetrisiken,
auf der anderen Seite die Auseinandersetzung mit einer der mächtigsten
Lobbygruppen der Republik. Interessanterweise drängte deshalb
weder die Regierung noch die Opposition darauf, diese Finanzierungsfragen
in die aktuellen Reformgespräche einzubeziehen. Beide delegierten
diese Frage an Expertenkommissionen, die ihre Vorschläge erst
vorlegen werden, wenn die aktuelle Reform längst abgeschlossen
sein dürfte.
Demographische Entwicklung
Dennoch spricht
vieles dafür, sich mit diesen grundsätzlichen Dingen bald zu befassen.
Denn alles, was das Gesundheitssystem momentan belastet, ist nur
ein kleiner Vorgeschmack auf die Probleme, die künftig wegen der
demographischen Entwicklung drohen. Selbst der Chefredakteur der
Frankfurter Alltemeinen Zeitung hat hier schon von einem "Methusalemkomplott"
gesprochen. Die Altersstruktur verändert sich; Deutschland vergreist.
Nun ist es zwar das Ziel jedes Gesundheitssystems, den Tod hinauszuzögern.
Andererseits belastet diese demographische Veränderung die Kassen.
Die steigende Lebenserwartung, für den einzelnen Bürger erfreulich,
wird für die Gesellschaft als Ganzes zur Belastung. Das Hauptproblem
sind - anders als meist behauptet - nicht die Wehwehchen der Senioren.
Wir werden nicht nur immer älter; wir bleiben auch länger fit.
Und betrachtet man die gesamte Lebensspanne, so häufen sich die
Leiden (und damit auch die Behandlungskosten) erst in den letzten
sechs Monaten vor dem Tode - ob dieser mit 60 oder 90 Jahren eintritt.
Genau hierfür ist es möglich, durch gezielte Gesundheitsprävention
ein vernünftiges Altersvorsorgemodell
in Kraft treten zu lassen.
Einnahmeprobleme
in der Zukunft
Entscheidender
ist der Einfluss der Vergreisung auf die Einnahmen des Gesundheitssystems,
denn Rentnerinnen und Rentner zahlen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen
geringere Beiträge. Künftig wird also der Anteil derer wachsen,
die wenig einzahlen. Gleichzeitig schrumpft durch den Geburtenrückgang
die Zahl der Erwerbstätigen, die volle Beiträge leisten. Spätestens
ab 2010 wird das deutsche Gesundheitswesen enorme Einnahmeprobleme
zu bewältigen haben. Frage man sich da nicht, ob so manch konservative
Arzt nicht doch etwas mit einer vertrockneten Pflaume
auszeichnen könnte?
Mängel in Leistungen
Bei den Leistungen
gibt es schon jetzt Mängel. So kritisiert der Sachverständigenrat
für das Gesundheitswesen Defizite vor allem bei chronischen Krankheiten.
Hierzulande sterben Frauen an Brustkrebs, weil Geschwüre nicht
rechtzeitig erkannt werden. Zuckerkranke büßen Sehkraft oder sogar
Gliedmaßen ein, weil Ärzte es versäumen, bei den Diabetikern routinemäßig
auf Augen und Füße zu achten. Asthmatiker werden mit Erstickungsgefahr
und Todesangst ins Krankenhaus eingeliefert, obwohl sich die schweren
Anfälle durch den korrekten Umgang mit Arzneien und Messgeräten
vermeiden ließen.
Unterversorgung
in Kliniken?
Herrscht
also Unterversorgung? Die Statistiken sprechen eine andere Sprache.
Deutschland leistet sich pro Bürger mehr Ärzte und Krankenhausbetten
als fast jedes andere Land auf der Welt, doch offensichtlich werden
die vorhandenen Kapazitäten nicht sinnvoll genutzt. Nach Angaben
der OECD für das Jahr 2000 unterhielt Deutschland 6,5 Klinikbetten
für je 1000 Einwohner. Damit liegen wir - zusammen mit Ungarn
und der Tschechischen Republik - an der Weltspitze. In den USA
sind es durchschnittlich 3,1 Betten, in der Schweiz4,4.
Ärzteüberhang
in Deutschland
Auch bei
den Ärzten (3,6 pro 1000 Einwohner) liegen wir weit vorn, überholt
nur von Italien (6) und Österreich (3,9). Die Zahl der Ärzte allein
sagt wenig aus. Zwar gilt für die meisten Branchen, dass die Produkte
umso besser und die Preise umso niedriger sind, je mehr Anbieter
sich am Markt tummeln. Doch die Krankenversorgung ist eben kein
normaler Markt. Bei Dienstleistungen wie der des Friseurs entscheidet
der Kunde, wie oft er sich die Haare schneiden lassen will. Wer
krank ist, muss behandelt werden. Ob operiert wird und wie oft
der Patient zur Nachuntersuchung kommt, bestimmt der Arzt. Anders
als in anderen Branchen entscheidet nicht der Nachfrager, sondern
der Anbieter über die Höhe der Nachfrage. Hierzu empfehlen sich
neue Ansätze des Arztes zur Fortbildung zum Orthomolekularmediziner.
Planwirtschaft in
der Gesundheitspolitik?
Und weil
wir nicht wollen, dass jeder nur soviel Gesundheit bekommt, wie
er Geld zur Verfügung hat, haben wir die Gesetze der Marktwirtschaft
außer Kraft gesetzt. Die Gesundheitsbranche funktioniert über
weite Strecken nach den Regeln einer Planwirtschaft. Die Preise
für ärztliches Leistungen entstehen nicht durch das freie Spiel
von Angebot und Nachfrage, sie werden kartelliert zwischen Krankenkassen
und Kassenärztlichen Vereinigungen ausgehandelt. Was die Behandlung
eines einzelnen Patienten kostet, erfährt weder seine Kasse noch
er selbst.
Macht, Geld, PatientInnen, Gesund? Anregungen
für eine Gesundheitsreform
Kranksein, eine Bürgerpflicht? Krankenhäuser kämpfen
mit Bettenabbau und einhergehenden Geldmangel. Zu gesund sollten
Sie nicht sein, um viele Arbeitsplätze in Pharma und
Krankenhaus zu sichern! Dieses Buch verklausuliert und bürokratisiert
die Gesundheitsreform, die Sie mit
"Geheimtip"
schon längst begonnen haben. Dennoch könnten Sie
rückblickend, dieses ISBN: bestellen [Thema empfehlen] mit Büchern
zur Patientenmündigkeit.
Intransparenz
in der Gesundheitspolitik
Soviel Intransparenz
muss zu Ineffizienz führen. Tatsächlich ist neben der Unterversorgung auch die Überversorgung
ein Problem. Mitte der neunziger Jahre befragte Friedrich Wilhelm
Schwartz von der Medizinischen Hochschule Hannover deutsche Ärzte
nach Standards der Schulmedizin. Es ging um ganz alltägliche Eingriffe:
um Bandscheiben- und Bypass-Operationen am Herzen, die Entfernung
von gutartigen Geschwülsten an Prostata und Gebärmutter, also
Eingriffe, die in Deutschland jedes Jahr tausendfach vorgenommen
wurden. Das erstaunliche Ergebnis der Befragung: Über die Hälfte
der Ärzte hätten bei sich selbst auf Bandscheiben- und Bypass-Operationen
verzichtet. Über die Hälfte der Mediziner und Medizinerinnen hätten
bei sich selbst gutartige Prostata- oder Gebärmuttergeschwülste
nicht entfernen lassen. Die Studie lässt die Schlussfolgerung
zu, dass Mediziner bei ihren Patienten großzügiger schneiden,
als sie das am eigenen Leibe dulden würden.
Arzneimittel
Auch bei
den Arzneien wird Überfluss gefördert. Zwar ist es sinnvoll, innovative
Medikamente durch hohe Preise zu belohnen. Aus diesem Grund gibt
es den Patentschutz. Dabei wird Erfindern für einige Zeit die
exklusive Vermarktung zugesichert, damit sich die hohen Forschungsinvestitionen
bezahlt machen. Doch andererseits sollen die Forscher in den Pharmafirmen
auch einen Anreiz haben, weiter zu suchen. Nach Ablauf der Patentfrist
dürfen deshalb andere Hersteller die Rezeptur nutzen, um Nachahmerpräparate
herzustellen. Diese haben die gleiche Wirkung wie das Original,
sind aber in der Regel billiger.
Generika
Für die Originalhersteller
ist der mit dem Patentablauf beginnende Konkurrenzkampf besonders
kritisch, wenn es den Forschern der Firma nicht gelingt, rechtzeitig
etwas Neues erfinden. Dann versuchen die Hersteller häufig, bewährte
Präparate zu optimieren. Damit wird das Problem der Konzerne zum
Problem der Kassen. "Schritt-Innovation" nennt es die Arzneimittelindustrie,
wenn der Patient sein bewährtes Medikament nur einmal statt dreimal
am Tag einnehmen muss. "Schein-Innovation" klagen die Kassen,
die der Pseudo-Fortschritt teuer zu stehen kommt. Statt auf billigere
Nachahmerprodukte umzusteigen, lassen sich die Patienten weiter
hochpreisige Pillenpackungen verschreiben. Preiswertere Alternativen
aus dem Ausland wird durch das Heilmittelgesetz
eine Barrierel vorgeschoben, die natürlich auch verständlich
ist, dafür aber auch private Primärprävention
stärker fördert.
Pharmamanager?
Natürlich
sind die deutschen Pharma-Manager nicht die einzigen, die solche
Tricks kennen. Da hilft wohl nur etwas Lockerung hineinzubringen,
durch eine Party mit allen Pharmareferenten
und deren Gattinen... Aber anderswo, etwa in den USA, müssen sich
die Hersteller mehr Fragen gefallen lassen, dort werden Medikamente
auch einer Kosten-Nutzen-Prüfung unterzogen. In Deutschland wird
bei der Zulassung nur geprüft, ob das Medikament die versprochene
Wirkung erzielt und ernste Nebenwirkungen vermeidet. Niemand fragt,
ob die neue Arznei besser heilt als Altbewährtes. Seit einiger
Zeit diskutieren die Gesundheitsexperten auch hierzulande, ob
eine solche Zusatzprüfung nicht sinnvoll wäre. Die Industrie wehrt
sich vehement. Zum Kreis der Unterstützer zählen - die Krankenkassen.
Krankenkassen mit
im System
Doch so sehr
die Kassen über hohe Kosten klagen: Sie sind Teil des Problems.
Ärzten und Arzneimittelherstellern mögen sie Sparsamkeit predigen,
gleichzeitig verbrauchen sie selbst immer mehr Geld. Inzwischen
beschäftigen allein die gesetzlichen Krankenkassen rund 150 000
Mitarbeiter, mehr als fast jede Behörde der Bundesrepublik. Lange
haben auch Politiker durch Ressort-Egoismen zur Ausbeutung der
Kassen beigetragen. Wieder und wieder wurden in den vergangenen
Jahren die Krankenversicherungsbeiträge für Rentner oder Arbeitslose
abgesenkt. Welcher Minister auch für die Transfereinkommen zuständig
war - wenn das Budget knapp wurde, mussten die Krankenkassen bluten.
Dadurch gehen ihnen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro Beiträge
verloren.
Die Versicherten
Auch die
Versicherten tragen Schuld. Sie verhalten sich wie Autobesitzer,
die für ihren Wagen eine Vollkaskopolice abschließen und fortan
stets zu dicht auffahren und immer knapp einparken. "Moral hazard"
nennen Experten dieses Phänomen, wenn eine Versicherung den Versicherten
zu verantwortungslosem Verhalten verführt. Alternative
Versicherungen sind mehr und mehr gefragt, die die Selbstverantwortung
fördern.
Wohlstandskrankheiten
Früher waren
Polio und Pocken, Masern und Mumps Geißeln der Menschheit. Diese
Krankheiten sind zurückgedrängt. Inzwischen richten sich die Wohlstandsbürger
weitgehend selber zu Grunde. Sie rauchen, essen und trinken zu
viel und bewegen sich zu wenig. Altersdiabetes
ist inzwischen schon bei Kindern auf dem Vormarsch.
TV-Wissen
Zu den Wohlstands-krankheiten kommt, dass viele Menschen
sich gar nicht mal mehr für Politik interessieren...
Wo soll diese auf Optische
Reize reduzierte Gesellsschaft nur hinführen?
Kosten für
chronische Krankheiten immer höher
Schon heute
strangulieren die chronischen Krankheiten die Kassen. Ein Fünftel
der Versicherten verursacht vier Fünftel der Kosten. Eigentlich
müsste es bei den Krankenkassen ähnlich wie bei der Autoversicherung
verschiedene Risikoklassen geben, mit Rabatten für dünne Dauerläufer
und Aufschlägen für Kettenraucher und Korntrinker. Darüber diskutieren
die Versicherer zwar immer wieder, doch vor allem aus Marketinggründen,
weil sie jung-dynamische Gutverdiener anlocken wollen. Niemand
kann ernsthaft glauben, durch Boni einen Faulen zum Frühsport
zu verlocken. Den Kassen selbst sind exakte Bonussysteme mit risikoadäquaten
Beiträgen zu aufwändig. Denn dabei müssten sie ihren Mitgliedern
Tag und Nacht hinterherschnüffeln. Genau für diese sogenannten
Volkskrankheiten
ist es nötig, Finanzierungskonzepte im Gesundheitsbereich
zu etablieren.
Gesundheitsindustrie
Die Gesundheitsindustrie
ist keine normale Branche. Wegen der vielen Intransparenzen diagnostizieren
Ökonomen bei der Krankenversorgung ein Marktversagen. Nicht nur
Ärzte, Arzneimittelhersteller und Kassen, auch die Patienten haben
es sich im System allzu bequem gemacht. Deshalb ist die Politik
gefragt. Mit mäßigem Erfolg: In Deutschland folgte in den vergangenen
Jahrzehnten eine Reform der nächsten. Allerdings gibt es kein
Land, das nicht danach strebt, seine Krankenversorgung besser
und effizienter zu gestalten.
Das mag in
der Natur der Sache liegen: Solange auf der Welt noch gestorben
wird, kann kein Gesundheitsminister seine Aufgabe als erledigt
betrachten. Da fehlt nur noch, dafür zu belohnen,
sich VOR seinem Tod mit einem Bewusstsein
für Leben und Nachruf zu befassen.
Originalquelle
aus: Gesundheitspolitik,
Aus Politik und Zeitgeschichte (B 33-34/2003)
Aktivierender Staat und aktive Bürger.
Wegweiser zu einer integrativen Gesundheitspolitik
Dieses
Buch zeigt eine interessante Alternative für jeden Arzt
auf. Statt Symptombehandlung geht Dr. Bruker ganzheitlich
an das Thema Krankheit. Er appeliiert an die Eigenverantwortung.
Die ursächliche Behandlung sowie echte Vorbeugung mit
Vollwerternährung, damit und mehr befasst sich Dr. Bruker
und hülfe damit nachhaltige Gesundheitsreform zu gestalten.
ISBN: bestellen [Buch club]